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Uveitis

Was versteht man unter Uveitis?
Uveitis ist ein Oberbegriff  für viele verschiedene entzündliche Erkrankungen des Augeninneren, die ihren Beginn in der mittleren Schicht der Augenwand, in den Strukturen der sog. "Uvea" haben. Die Uvea selbst besteht aus drei anatomischen Bestandteilen: der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper (Strahlenkörper) und der Aderhaut (Choroidea).

Wie teilt man die Uveitis ein?
Geht man von der Anatomie aus, so kann man von einer vorderen (anterioren), mittleren (intermediären) und hinteren (posterioren) Uveitis sprechen. Betrifft die Entzündung die gesamte Uvea, spricht man von einer "Panuveitis". Diese Einteilung sagt zwar etwas über die Lokalisation der Entzündung im Auge aus, jedoch nur mit Einschränkungen etwas über ihre mögliche Ursache.

Welche Ursachen einer Uveitis gibt es?
Die Bezeichnung "Uveitis" ist ein Sammelbegriff  teilweiser sehr unterschiedlicher Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit in ihrem entzündlichen Charakter besteht.
Wie bei anderen Erkrankungen auch unterscheidet man primäre (entstehen aus sich selbst heraus) von sekundären (entstehen im Gefolge von anderen Grunderkrankungen) Formen. Man kann davon ausgehen, dass etwa 40% aller Patienten eine primäre Form einer Uveitis zeigen. Bei diesen Patienten findet man glücklicherweise keine weiteren Erkrankungen außerhalb des Auges. Bei etwa 60% der Patienten kann man entweder eine Systemerkrankung außerhalb des Auges diagnostizieren, in deren Gefolge es auch zu einer Uveitis kommt, oder die Befunde am Auge sind so typisch, dass man diese zu einem rein auf das Auge bezogenen "Syndrom" zusammenfasst.

Typische Ursachen, abhängig von der Uveitis-Lokalisation sind:

  • Anteriore Uveitis HLA-B27 assoziierte Erkrankungen (Morbus Bechterew, Morbus Reiter, Psoriasisarthritis), juvenile idiopathische Arthritis, Borreliose, Herpes-simplex Viren, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulzerosa, Sarkoidose, Tuberkulose, Morbus Behçet
  • Intermediäre Uveitis:  Sarkoidose (10 %), Multiple Sklerose (bei Erwachsenen ca. 10 %)
  • Posteriore Uveitis: Toxoplasmose, Sarkooidose, Morbus Behçet
  • Panuveitis:  Sarkoidose, Morbus Behçet, selten Borreliose

Welche Symptome können auftreten?
Eine Uveitis anterior, auch Iritis genannt, macht sich meistens durch eine starke Rötung der Augen, Verschwommensehen, Augenschmerzen, vermehrter Tränenfluss und starkes Blendempfinden bemerkbar.  Allerdings kann eine Iritis bei Kindern typischerweise ohne diese Symptome auftreten und dadurch nicht selten erst sehr spät diagnostiziert werden. Eine Uveitis der hinteren   Augenabschnitte äußert sich durch eine allmähliche, meist schmerzlose Sehverschlechterung. Der Patient sieht die Umwelt wie durch einen Schleier oder Nebel. 

Welche diagnostischen Verfahren?
Die Uveitis erfordert einen breiten diagnostischen Ansatz, da die Augenerkrankung Teil einer anderen Erkrankung sein kann und zahlreiche mögliche Ursachen bedacht werden müssen:

  • die sorgfältige Befragung des Patienten (Anamnese) ist wegweisend
  • bei der augenärztlichen Untersuchung kann möglicherweise ein für eine bestimmte Ursache typischer klinischer Befund entdeckt werden
  •  Röntgenuntersuchung der Lunge zum Ausschluss einer Sarkoidose oder Tuberkulose
  • Blutuntersuchungen auf bakterielle und virale Ursachen oder nichtinfektiöse Entzündungserkrankungen
  •  Zusatzuntersuchungen in Abhängigkeit von der Anamnese und klinischem Befund

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Therapie einer Uveitis hängt von der auslösenden Ursache ab. Handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen, wird antibiotisch, antiviral oder antimykotisch behandelt, d.h. gezielt gegen den jeweiligen Erreger. Gleichzeitig gibt man cortisonhaltige Augentropfen, um die entzündliche Komponente vor Ort zu unterdrücken. Damit die Regenbogenhaut nicht verklebt und keine dauerhaften Verwachsungen entstehen (Synechien), stellt man die Pupille mit entsprechenden  Tropfen weit. Achten muss man auf eine mögliche Erhöhung des Augeninnendrucks, die ggf. ebenfalls mit Tropfen oder auch Tabletten behandelt wird. 

Bei einer nicht infektiösen Ursache der Uveitis erfolgt die Therapie allein mit Cortison in Verbindung mit den anderen, aufgeführten begleitenden Maßnahmen. Oft reicht bei einer heftigen Entzündung die lokale Behandlung mit Cortisontropfen nicht aus, so dass teilweise auch Cortison in Tablettenform gegeben wird. Bei einigen Uveitisformen kann es zu Rückfällen (Rezidive) kommen.  In diesen Fällen kommen verschiedene sog. immunsuppressive Medikamente zum Einsatz, z.B. Methotrexat (MTX), Ciclosporin (z.B.Sandimmun,  Immunosporin), Azathioprin.

Quelle:
Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG)