Makulaerkrankungen

Die Makula ist ein kleiner Bereich in der Netzhaut des Auges, der für das schärfste Sehen verantwortlich ist. Sie wird auch als Sehgrube oder gelber Fleck bezeichnet. In der Makula befinden sich spezielle Zellen, sogenannte Zapfen, die für das Farbensehen zuständig sind. Diese Zellen ermöglichen es uns, feine Details und Farben wahrzunehmen, was für das Lesen, Erkennen von Gesichtern und das Unterscheiden von Farben essenziell ist.

Typen von Makulaerkrankungen

Intravitreale Injektionen (IVOM)

Bei dieser Technik wird das Medikament direkt in den Glaskörper des Auges injiziert, um die neovaskuläre Aktivität zu hemmen und die Sehkraft zu stabilisieren oder zu verbessern. Zu den verfügbaren Medikamenten gehören:

  • Avastin (Bevacizumab): Ein off-label verwendeter VEGF-Hemmer, der die Bildung abnormaler Blutgefäße reduziert.
  • Lucentis (Ranibizumab): Ein speziell für die Augentherapie entwickelter VEGF-A-Antikörper.
  • Eylea (Aflibercept): Ein VEGF- und PlGF-Hemmer, der die Angiogenese effektiv unterdrückt.
  • Vabysmo (Faricimab): Ein dualer VEGF- und Angiopoietin-2-Hemmer, der eine längere Wirkdauer aufweist.
  • Biosimilars: Nachahmerpräparate, die ähnliche Wirkstoffe wie die Originalmedikamente enthalten.
  • Beovu (Brolucizumab): Ein VEGF-Hemmer mit potenziell längerer Wirkdauer und hoher Wirksamkeit.

Die Wahl des Medikaments hängt von individuellen Faktoren ab, wobei die regelmäßige Kontrolle und Anpassung der Behandlung essenziell sind.

Die intravitreale Injektion ist eine medizinische Technik, die häufig in der Behandlung verschiedener Augenerkrankungen eingesetzt wird, insbesondere bei Erkrankungen der Netzhaut wie altersbedingter Makuladegeneration, diabetischer Retinopathie und zystischer Makulaödeme. Diese Methode ermöglicht die direkte Verabreichung von Medikamenten in den Glaskörper des Auges, wodurch eine hohe Wirkstoffkonzentration am Zielort erreicht wird, während systemische Nebenwirkungen minimiert werden.

Meist ist eine regelmäßige Verabreichung der Medikamente notwendig, da die zugrunde liegende Erkrankung chronisch ist und der Wirkspiegel meist nach 6-8 Wochen unterschritten ist. Je nach Erkrankung und Aktivitätszustand können die Abstände zwischen den Injektionen individuell zwischen 4 und 12 Wochen variieren.

 

Vorbereitung der Behandlung

  • Aufklärung des Patienten: Vor der Injektion wird der Patient ausführlich über den Ablauf, mögliche Risiken und Nebenwirkungen informiert.
  • Desinfektion: Der Bereich um das Auge wird gründlich gereinigt und desinfiziert, um Infektionen zu vermeiden. Die Injektion muss unter sterilen Bedingungen im OP durchgeführt werden.
  • Betäubung: Zur Schmerzreduktion wird meist eine lokale Betäubung in Form von Tropfen oder Injektionen verabreicht. Besonders ängstlichen Patienten steht aber auch eine Sedierung mit Propofol zur Verfügung

 

Durchführung der Injektion

  • Positionierung: Der Patient liegt bequem in einem OP-Stuhlf
  • Markierung: Der Punkt der Injektion wird genau bei 3,5 bzw 4mm Abstand zum Hornhautrand in der Lederhaut markiert
  • Injektion: Mit einer feinen, sterilen Kanüle wird die Medikamentenlösung durch die Sklera in den Glaskörper injiziert. Die Injektion erfolgt in der Regel in einem bestimmten Winkel, um Verletzungen der Linse oder Netzhaut zu vermeiden.
  • Nachkontrolle: Nach der Injektion wird das Auge erneut überprüft, um Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen frühzeitig zu erkennen.

 

Nachsorge und Risiken

Nach der Behandlung sollte der Patient für einige Stunden ruhen und eventuelle Beschwerden wie leichte Schmerzen oder Druckgefühl beobachten. Das Führen eines Fahrzeuges ist in dieser Zeit nicht erlaubt. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes bezüglich Augentropfen oder Medikamenten zu befolgen. Mögliche Risiken der intravitrealen Injektion umfassen Infektionen (Endophthalmitis), Blutungen, Glaskörpertrübungen oder eine Erhöhung des Augeninnendrucks. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach der Injektion unerlässlich, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.