Frühgeborenenscreening und Orthoptik
Augen-Screening für frühgeborene Kinder
Das Augen-Screening bei Frühgeborenen ist eine essenzielle Vorsorgemaßnahme, um frühzeitig Augenerkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Frühgeborene Kinder, insbesondere solche mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm oder einem Gestationsalter unter 32 Wochen, sind aufgrund ihrer unreifen Entwicklung einem erhöhten Risiko für Augenerkrankungen wie der Retinopathie der Frühgeborenen (ROP) ausgesetzt. Dieses Screening ist daher ein integraler Bestandteil der neonatologischen Versorgung.
Ziele des Augen-Screenings
- Früherkennung von Retinopathie der Frühgeborenen (ROP)
- Verhinderung von Sehverlust durch rechtzeitige Interventionen
- Überwachung der Augengesundheit im Verlauf der Frühgeborenenzeit
Durchführung des Screenings
Das Screening erfolgt in der Regel zwischen der 4. und 6. Lebenswoche des Kindes, abhängig vom Geburtszeitpunkt und dem Risiko. Es wird durch einen spezialisierten Augenarzt unseres Teams in der Neonatologie des Marienhospitals (GFO) durchgeführt. Die Untersuchung umfasst:
- Retinologische Untersuchung mittels indirekter Ophthalmoskopie
- Beurteilung der Netzhautentwicklung
Wichtige Aspekte des Screenings
- Frühzeitige Erkennung von ROP in verschiedenen Stadien
- Festlegung des Behandlungsbedarfs
- Regelmäßige Nachkontrollen bei auffälligen Befunden
Folgeuntersuchungen und Behandlung
Bei festgestellter ROP oder anderen Augenerkrankungen folgen regelmäßige Kontrollen, um den Verlauf zu überwachen. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Behandlung notwendig sein, beispielsweise:
- Lasertherapie
- Intravitreale Injektionen
- Chirurgische Eingriffe
Prävention und Nachsorge
Neben dem Screening ist die präventive Betreuung durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Neonatologen, Augenärzten und Eltern entscheidend. Die Nachsorge umfasst die Überwachung der Augengesundheit bis zum Abschluss des Wachstums und der Entwicklung des Kindes, um langfristige Sehverluste zu vermeiden.
Insgesamt trägt das systematische Augen-Screening wesentlich dazu bei, die Sehkraft frühgeborener Kinder zu schützen und die Lebensqualität durch rechtzeitige Interventionen zu verbessern.
Typische Untersuchungen in der Sehschule
In der Sehschule werden verschiedene diagnostische Verfahren angewandt, um die Funktion des visuellen Systems umfassend zu beurteilen. Zu den häufigsten Untersuchungen gehören:
- Sehschärfetest: Bestimmung der Sehfähigkeit auf verschiedenen Entfernungen
- Refraktionstest: Bestimmung der Brillenstärke, um Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit zu korrigieren.
- Augenbewegungsprüfung: Überprüfung der Koordination und Beweglichkeit der Augenmuskeln, um Schielen oder Bewegungsstörungen zu erkennen.
- Binokulartests: Überprüfung, ob beide Augen gemeinsam ein Bild wahrnehmen und wie gut sie zusammenarbeiten.
- Sehfeldtest: Ermittlung des Gesichtsfeldes, um periphere Sehstörungen zu erkennen.
Diese Untersuchungen sind essenziell, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Die Arbeit in der Sehschule ist besonders bei Kindern wichtig, da frühzeitige Erkennung und Behandlung von Sehproblemen die Entwicklung des visuellen Systems positiv beeinflussen können.